Mount Kenya - Point Lenana

Gipfel : Point Lenana 4985m

Gipfelstürmer : Hias, Axel

GPSies - Mount Kenya

Tourenbeschreibung :

1. Tag

Nach langer Planungszeit und riesiger Vorfreude ging es heuer im Juli endlich los Richtung Afrika zur Besteigung der beiden höchsten Berge des Kontinents und somit auch zu unserem ersten Gipfel der "Seven Summits", dem Kiilimanjaro. Als Akklimatisationstour entschieden wir uns für den Mt. Kenya in Kenia anstatt dem üblichen Mt. Meru in Tansania um erstens noch ein weiteres Land und eine andere Szenerie in Afrika kennen zu lernen und natürlich auch wegen der besseren Akklimatisation da man 400m höher kommt.

Die Reisezeit mit einem Flug von Frankfurt über Addis Abeba nach Nairobi betrug ca. 14h da wir in Äthiopien relativ lange auf den Anschlussflug warten mussten. Gegen Mittag landeten wir dann bei schönstem Wetter in Nairobi.

 

Hier wurden wir bereits von der Reiseleiterin Mary und einem Fahrer erwartet die uns zur ersten Lodge in den Norden Kenias brachten.

Auf der über 3 stündigen Fahrt kamen wir kaum aus dem Staunen heraus. Irgendwie spielt sich hier das ganze Leben am Straßenrand ab. Hier z.B. ein kleiner Markt direkt an der Straße.

 

Gebäude in diesem Stil säumen hier links und rechts die Straßen.

 

Ziemlich erschöpft von der langen Reise und schon richtig hungrig erreichten wir am späteren Nachmittag dann unsere erste Unterkunft.

Im Aberdare Country Club konnten wir es uns dann gleich mal richtig gut gehen lassen.

http://www.aberdarecountryclub.com/

 

Rund um die Lodge befindet sich auch ein Wildgehege mit vielen freilaufenden Tieren. Hier schon mal ein Pfau.

 

2. Tag

Am nächsten Morgen starteten wir dann Richtung Mt. Kenya Nationalpark der nochmal fast 2h Autofahrt entfernt liegt.

Hier überquerten wir den Äquator was uns natürlich eine kurze Pause wert war.

 

Die perfekte Geschäftsidee war hier, dass uns einer mit Hilfe der Schüsseln im Bild oben die Auswirkung der Corioliskraft erklärt hat. Wir wissen noch nicht wie; aber er hat es geschafft mit nur ein paar Metern Abstand von der Äquatorlinie die Drehrichtung des Wasserstrudels in der Schüssel auf der Norhalbkugel entgegengesetzt zur Südhalbkugel zu demonstrieren. Dies war uns dann auch die 5$ für ein Zertifikat wert. 

Kurz darauf erreichten wir auch den Mount Kenya Nationalpark.

 

Hier das Sirimon Gate, wo unser Jeep entladen wurde und das Gepäck auf die Träger aufgeteilt wurde.

 

Das Gate liegt bereits auf 2650m. Das wäre bei uns daheim ein stattlicher Berg. So hoch waren wir heuer noch nicht einmal. 

 

Anfangs ging es noch bequem auf einem gut ausgebauten Forstweg durch den Urwald.

 

Dieser Weg führt auch hinauf bis zum ersten Lager, das ein wenig unterhalb des Old Moses Camp auf 3390m liegt. Bei der Hälfte der Strecke hat es auch noch zu regnen begonnen. Zum Glück waren bei unserer Ankunft die Zelte bereits aufgebaut. Aufgrund des immer stärker werdenden Regens haben wir auch darauf verzichtet das Camp zu besuchen.

 

Im Gemeinschaftszelt gab es dann erstmal Tee und Kaffee, dazu noch ein paar Kekse mit Popcorn. Eine gute Möglichkeit sich mit den Bergführern Joseph, Richard und Denis bekannt zu machen.

 

Nebenan wurde auch schon mit Hochdruck an unserem Abendmenü gearbeitet.

 

Unser Erstes mit Spannung erwartetes Abendessen am Berg. Es ist wirklich erstaunlich, welch leckere Mahlzeiten die Köche hier mit den doch sehr beschränkten Mitteln zubereiten konnten. Man darf nur keine Abneigung gegen Koriander haben.

 

3. Tag

Die Hoffnung, dass es sich Gestern nur um eine kurze Gewitterwetterfront gehandelt hat wurde am nächsten Morgen gleich zerschlagen. Es war zwar anfangs noch relativ trocken aber schönes Wetter sieht anders aus ...

Hier sollte doch irgendwo unser Berg sein?

 

Durch das Moorland ging es dann weiter hinauf Richtung Liki North Camp. Immer wieder mit kurzen Pausen für eine möglichst gute Akklimatisation. Man geht zwar im Grunde so langsam, dass man keine Pausen braucht, aber die Bergführer bestanden hier drauf. Es ist auch nicht zwingend erforderlich den Mt. Kenya über das Liki North Camp zu besteigen, aber wiederum wegen der besseren Akklimatisation ist es sehr empfehlenswert diesen Extra-Tag mit einzuplanen.

 

Und das Wetter wurde permanent schlechter. Auch die anfangs gute Stimmung war dahin. Wir sind doch in Afrika? Hier sollte es doch warm sein ???

 

So haben wir uns das wirklich nicht vorgestellt.

 

Wobei die Landschaft hier mit den für diese Gegend berühmten Riesensenezien sehr beeindruckend ist. Laut unseren Führern sind diese Senezien teilweise bis zu 250 Jahre alt.

 

Das ist also das Liki North Camp (3990m). So haben wir uns das nicht vorgestellt, eine alte abgebrannte Hütte ohne Dach. Nach einer 4-5h Tour im Dauerregen hat das nicht wirklich die Motivation gehoben. Mittlerweile war alles nass auch die Sachen in den Reisetaschen die von den Trägern gebracht wurden waren nicht mehr trocken. Bei ununterbrochenem Regen war es auch nicht möglich sein Schuhe und nassen Klamotten irgendwo zu trockenen.

 

Auch unsere Zelte waren nicht für diesen Dauerregen geeignet. Überall stand das Wasser da es an manchen Stellen direkt von aussen reinlief oder einfach nur von oben runtertropfte. Diese Nacht machten wir in unseren teilweise schon nassen Schlafsäcken fast kein Auge zu. Unsere Bergführer machten uns aber immer wieder Mut, dass es bald besser werden würde, da es normalerweise nie so lange regnet und das schon garnicht zu dieser Jahreszeit. Sie versprachen uns, dass wir notfalls am nächsten Tag im Shipton´s Camp in der Hütte übernachten können.

 

Tag 4

Am nächsten Tag natürlich wieder das gleiche Bild. Regen über Regen. Missmutig zogen wir los mit der Hoffnung auf eine trockene Unterkunft. Wieder vorbei an riesigen Senezien, Schopfbäumen und Lobelien die hier auch zu Hauf wachsen. Es könnte so schön sein hier ...

 

Nach einer mehrstündigen Tour durch das Mackinder-Tal tauchte dann langsam der Mount Kenia auf. Zwar noch etwas hinter den Wolken versteckt aber zumindest wissen wir jetzt, dass es hier wirklich einen Berg gibt.

 

Ankunft am Shipton´s Camp auf 4250m. Es hat zumindest schon mal ein Dach.

 

 

Es hat sogar mal wieder aufgehört zu regnen und es war relativ warm. Da steigt auch gleich die Laune.

 

Hier der Aufenthaltsraum im Inneren.

 

Und unsere unermüdlichen Träger und Köche waren schon wieder damit beschäftigt unser Abendessen vorzubereiten. Respekt was die hier leisten, trotz der Kälte und Nässe immer fleißig und auch immer ein Lächeln auf den Lippen. Die haben bestimmt mehr gefroren wie wir in den letzten Tagen.

 

Das Wetter wurde zunehmend besser und nun sahen wir auch erstmals den Point Lenana den wir ja besteigen wollen. Trotz des Wetteraufschwungs beschlossen wir aber die für Morgen geplante Akklimatisationstour auf den Hausberg (Col 4590m) ausfallen zu lassen. Wir fühlten uns alle fit genug um bereits heute Nacht den Gipfel in Angriff zu nehmen. Weiter werden wir den Gipfel nicht überschreiten und an der Südseite absteigen, sondern wieder über die Aufstiegsroute absteigen und dann zurück zum Old MosesCamp gehen. Den zusätzlichen Tag wollten wir dann zum Trocknen unserer Ausrüstung im Tal nutzen um nicht die weitere Tour auf den Kilimanjaro zu gefährden.

 

Kurz vor Sonnenuntergang kam es dann aber nochmal ganz anders, jetzt fing es nämlich auch noch zu schneien an. Das Ganze hatte einen Vorteil ... der Schnee blieb größtenteils auf dem Zelt liegen und tropfte nicht hinein.

 

5. Tag

Der Schneefall legte sich nachts auch wieder, so konnten wir uns gegen 3 Uhr morgens Richtung Gipfel aufmachen.

 

Auf den Moränen ging es auf einem nicht wirklich steilen Weg hinauf bis langsam die Dämmerung einsetze.

 

Es wurde immer heller und langsam konnte man die ganze Pracht sehen. Für sowas gehen wir in die Berge.

 

Wir hatten einen atembraubenden Sonnenaufgang bei bestem Bergwetter.

 

Der Berg war leicht "angezuckert" und somit auch etwas rutschig, was aber keine Probleme darstellte. Zwischendurch gab es auch immer wieder ein paar leichte Kletterstellen.

 

Die letzten Meter zum Gipfel. Noch über die kleine Leiter und schon wir sind oben.

 

An der höchsten Stelle heisst es aber erstmal anstellen ...

 

Dann ist es endlich geschafft. Axel und Hias am Point Lenana mit 4985m

 

Gegenüber liegen noch die weiteren Gipfel des Mount Kenya, der Batian (5199m) und Nelion (5189). Alle 3 Gipfel sind nach berühmten Massa-Häuptlingen benannt.

Hier ein schönes Bild vom Batian Gipfel der seinen Schatten in das Nebelmeer wirft.

 

Von da unten kommen wir herauf.

 

Noch ein Gruppenbild mit unseren Bergführern.

 

Das Shipton´s Camp von oben beim Abstieg.

 

Jetzt sieht man auch mal wo man heute Nacht vorbeigestiegen ist.

 

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Camp begannen wir mit dem Abstieg zurück durch das Mackinder-Tal

 

Nach einer erfolgreichen Gipfelbesteigung geht es sich gleich leichter. Aber das Mackinder-Tal zieht sich ewig hinunter. Obwohl wir nicht mehr über das Liki North Camp mussten, sind es doch noch fast 15km runter bis zum Old Moses Camp.

 

Hier machten wir dann nochmal eine kurze Pause mit Mittagessen. Jetzt haben wir zumindest dieses Camp auch noch gesehen.

 

Abschied von unseren Bergführern, die noch im Lager blieben um sich um die Ausrüstung zu kümmern.

Wir wurden dann von einem Jeep abgeholt und zurück zur Lodge gebracht ...

 

... wo wir uns erstmal den Kamin einheizten um uns aufzuwärmen und um unsere Ausrüstung zu trocknen.

Und das in Afrika.

 

Das Zertifikat haben wir uns mal verdient.

 

--- weiter im Bericht Safari Kenya / Tansania ---

 

Fazit:

Einfach nur toll! Kenia ist ein beindruckendes Land, die Menschen sind sehr freundlich und aufgeschlossen. Die Strassen sind zwar gewöhnungsbedürftig aber dafür hat man Jeeps und in der Regel muss man nicht selber fahren.

Die Gegend um den Mount Kenia ist wirklich einzigartig und absolut sehenswert. Es ist fast unmöglich die Umgebung und diesen Pflanzenreichtum auf Fotos festzuhalten. Sowas muss man einfach selbst gesehen und erlebt haben. Der Mount Kenya ist auch ein sehr toller Berg. Natürlich kann er mit dem Kilimanjaro an Höhe und Bekanntheit nicht mithalten, jedoch ist genau das der Reiz. Man hat hier nicht die Menschenmengen die den Berg hochlaufen und  da man auch ein klein bißchen Klettern muss wird hier nicht "jedermann" raufgehen (wollen). Der Mount Kenya ist zwar genauso wie der Kilimanjaro ein ehemaliger Vulkan jedoch ist das auf den ersten Blick nicht mehr erkennbar da es keinen Krater in dem Sinne mehr gibt und dadurch wirkt der Berg irgendwie "alpiner" wie der Kilimanjaro. Fast schon so wie bei uns daheim in den Alpen.

Was den Point Lenana vielleicht für viele auch noch etwas uninteressanter macht, ist die Tatsache dass er mit 4985m zum einen unter 5000m hat und zum anderen auch, dass die beiden Hauptgipfel Batian und Nelion ca. 200m höher sind und nur über anspruchsvolle Kletterrouten erreichbar sind. Für "normale" Bergwanderer ist hier nichts zu machen.

Trotzdem können wir den Point Lenana ohne Einschränkung weiterempfehlen. Eine bessere Akklimatisation für den Kilimanjaro gibt es hier in der Nähe nicht.